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Neue Studie zu Familienrollen und Ungarn als Vorbild
29. Juni 2018
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Eine neue Studie der Universität Marburg zeigt auf, was der Großteil der Menschheit schon seit jeher wusste: Familien, in denen die traditionellen Familienrollen erfüllt werden, sind glücklichere Familien. Für die Studie wurden die Daten von 57.627 Personen aus den Jahren 1984 bis 2015 verwertet. Befragt wurden Personen zwischen 18 und 65 Jahren aus verschiedenen Lebensständen. Das Ergebnis, das zuerst in der Zeit publiziert wurde, mag so manchen Vertreter moderner Familienbilder überraschen, ist aber eindeutig: am glücklichsten sind Familien, in denen der Vater Vollzeit oder gar mehr arbeitet, die Mutter jedoch großteils zuhause bleibt oder einer Teilzeitbeschäftigung nachgeht.

Der Mann Vollzeit als Ernährer, die Frau vor allem als Hausfrau und Mutter mit einem Hinzuverdienst – ausgerechnet dieses traditionelle, fast schon als überkommen geltende Familienmodell scheint also aus wissenschaftlicher Sicht das Glück der Familie zu mehren.“

Obwohl das Ergebnis so offensichtlich ist, und sich mit der jahrtausendlangen Erfahrung des Menschen zu decken scheint, fällt es dem Urheber der Studie, Martin Schröder, Professor für Soziologie an der Universität Marburg, schwer, als Conclusio eine Rückkehr zu eben diesem Familienbild zu propagieren. Stattdessen setzt er mehr auf politische Akzente, beiden Elternteilen Beruf und Familie zu ermöglichen, denn: „Dann würden sich vielleicht auch die traditionellen Rollenbilder ändern – und damit das Empfinden dessen, was uns glücklich macht.“

In Ungarn hingegen wird seit Jahren eine pro-aktive Familienpolitik betrieben. Dort zeigen sich mittlerweile auch die ersten, bereits sehr erfreulichen Folgen dieser Maßnahmen. Beispiele solcher Maßnahmen sind etwa Steuerreduzierungen für Familien, die einen Anstieg an 63,8 Prozent des durchschnittlichen Einkommens von Familien ermöglichten. Der Steuerbonus tritt bereits in Kraft, sobald ein ungeborenes Kind ein Alter von 91 Tagen erreicht hat. Steuervergünstigungen gibt es auch für frisch verheiratete Paare. Eine der wichtigsten und zukunftsweisenden Maßnahmen scheint aber folgenden zu sein: Seit dem  1. Jänner 2016 erhalten Familien mit bereits drei oder mehr Kindern oder Familien, die angegeben, bei Möglichkeit drei oder mehr Kinder aufzuziehen, eine Unterstützung von 32.260 Euro beim Bau oder Kauf eines Eigentums, sowie einen staatlichen, vergünstigten Kredit für weitere 32.260 Euro. Seit der Einführung haben bereits mehr als 70.000 Familien davon profitiert. Weitere Maßnahmen betreffen Schulbildung, verbesserte Pensionsbedingungen für Hausfrauen, Unterstützung bei Bausparen für Kinder, u.a. Insgesamt verwendet Ungarn 4,8 % seines Bruttoinlandsproduktes für Familienpolitik (der OECD Durchschnitt liegt bei 2,55 %).

(Auch) aufgrund dieser Maßnahmen stieg in den Jahren 2010-2017 die Geburtenrate der Ungarn pro Jahr von 1,23 auf 1,5, die Zahl an Abtreibungen sank von 40.449 auf 28.500, die Zahl an geschlossenen Ehen stieg von 35.520 auf 50.600 und die Zahl an Scheidungen sank von 23.873 auf 18.600. Ungarn zeigt uns, wie positiv die Politik auf die Gesellschaft einzuwirken vermag und sollte als Beispiel auch für Österreich dienen.

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